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Bevor Paddy Galloway YouTube-Stratege wurde, betrieb er auf Instagram eine der größten Reiseseiten über Irland. Sie hieß Discovering Ireland. Galloway hat später unter anderem für MrBeast und Red Bull gearbeitet und gilt als einer der bekanntesten YouTube-Strategen.
Auf seiner Reiseseite fiel ihm etwas auf. Fünf oder sechs Fotos postete er jedes Jahr wieder. Dieselben Fotos. Und jedes Jahr liefen sie gut. Am Anfang zögerte er noch. Seine Follower hatten das Foto von den schönen Klippen doch schon gesehen. Aber sie wollten es noch einmal sehen.
Heute macht Galloway bei jedem neuen Kunden dasselbe zuerst. Er sucht die alten Videos, die gut liefen. Dann fragt er: Können wir das noch einmal machen? Oft lautet die Antwort einfach: Mach es nochmal.
Hier erfährst du, warum dein eigener Kanal die beste Quelle für Ideen ist, wie du deine Ausreißer findest und wie du aus einem Treffer eine ganze Reihe machst. Und wann du besser aufhörst.
Warum du dich selbst kopieren solltest
Viele Creator haben denselben Einwand wie Galloway damals: Meine Zuschauer haben das doch schon gesehen. Galloway hält dagegen: Inhalte ziehen schnell vorbei. Die Leute haben es längst vergessen.
Dazu kommt ein zweiter Grund. Als Galloway anfing, gab es den Beruf YouTube-Stratege kaum. Er erzählt, dass ihn die Leute fragten, was das überhaupt sei, und dass er 50 Dollar die Stunde bekam. Heute kennen viele Creator die Suche nach Ausreißern. Das hat eine Folge: Hast du eine Idee, die gut läuft, wird sie schnell kopiert. Galloway sagt sinngemäß: Ich will selbst der Erste sein, der mich kopiert. Und zwar schnell.
Ein eigener Ausreißer hat außerdem einen Vorteil, den kein fremder hat. Er lief bei deinen Zuschauern, mit deinem Gesicht, deiner Art zu erzählen. Bei einem fremden Ausreißer weißt du nie genau, ob er bei dir genauso ankommt.
Was als eigener Ausreißer zählt
Du musst nicht auf ein virales Video warten. Galloway sagt: Holst du im Schnitt 1.000 Views pro Video und ein Video holt 5.000, dann sind das Daten. Es wirkt klein, aber das Video lief deutlich besser als die anderen.
Gerechnet wird wie bei fremden Kanälen. Du teilst die Views eines Videos durch den normalen Wert deines Kanals. Wie du den normalen Wert bestimmst, steht in Ausreißer finden.
Bei deinen eigenen Videos siehst du außerdem mehr als bei fremden. Jake Trinder baut YouTube-Kanäle für Unternehmen auf und betreut nach eigener Aussage über 100 Kanäle. Er beobachtet ein frühes Zeichen. Hat ein Video erst ein paar Hundert Views, aber auffällig viele positive Kommentare, läuft es oft ein bis zwei Wochen später sehr gut. Gemeint sind Kommentare wie: „Super Video, ich war hier, bevor es durch die Decke ging.“ Umgekehrt gilt: Viele Views und kaum Kommentare sind ein schlechtes Zeichen. Solche Videos flachen nach Trinders Erfahrung oft bald ab.
Muster findest du auch über mehrere Videos hinweg. Auf meinem Dating-Kanal brachten zwei Arten von Videos die meisten Zuschauer: Videos über Symptome und Videos, die eine Angst schürten. Warum das so war, steht in Hin-zu oder Weg-von. Und Videos zum Valentinstag liefen immer gut, ähnlich wie Galloways Klippen-Foto. Mehr zu solchen wiederkehrenden Terminen in Pain Points finden.
Wann du damit anfängst
Ganz am Anfang hast du keine eigenen Ausreißer. Dann holst du dir Ideen bei anderen Kanälen. Im Podcast mit Galloway fasst der Gastgeber die Reihenfolge so zusammen, und Galloway stimmt zu:
- Noch keine Videos: Fang bei den Ausreißern anderer Kanäle an.
- Ein paar Videos online: Nimm deine eigenen Ausreißer dazu.
- Ein wenig Reichweite: Probier ganz neue Ideen aus.
Für ganz neue Ideen nennt Galloway eine grobe Größe: vielleicht 20 Prozent deiner Videos. Den Rest sollen Ideen bilden, für die es Belege gibt. Er sagt: Viele kleine Creator machen jedes Video aus dem Bauch heraus, ohne Hinweis, dass es funktioniert. Als Hobby sei das in Ordnung. Wer wachsen will, braucht Belege. Wie Experimente in deinen Plan passen, zeigt Das Ziel deines Videos.
Aus einem Treffer wird eine Reihe
Galloway fragt bei einem alten Treffer vier Dinge: Können wir ihm einen neuen Dreh geben? Können wir ihn anpassen? Können wir ihn verbessern? Können wir etwas ganz anderes damit machen?
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt Yikes. Yikes ist ein YouTuber, der Herausforderungen im Internet filmt. Als er im Podcast von 1of10 über seinen Weg sprach, hatte er gerade 1,5 Millionen Abonnenten erreicht. 1of10 ist eine Firma, die Werkzeuge und Beratung für YouTuber verkauft.
Yikes erzählt von drei Videos, die ihm zeigten, was sein Kanal ist. Alle drei waren 30-Tage-Herausforderungen im Internet. In einem wollte er einen Kommentar zu einem viralen Text machen. In einem täuschte er das Internet mit einer KI-Influencerin. Das Video kam auf 4,5 Millionen Views. Im dritten wollte er auf einer seltsamen App viral gehen.
Aus jedem Video machte Yikes eine Reihe: – Etwas viral machen: Statt eines Kommentars nahm er ein Slang-Wort. – Das Internet mit KI täuschen: Erst ein KI-Rapper, dann ein KI-YouTuber. – Auf einer App viral gehen: Jedes Mal eine andere App. Eines dieser Videos kam wieder auf rund 4 Millionen Views.
Yikes sagt sinngemäß: Statt drei einzelne Videos zu haben, die gut liefen, habe ich Reihen und Formate daraus gemacht, die ich wiederhole. Das unterscheidet einen YouTuber von einem YouTube-Kanal. Die Leute kennen dich dann für diese Formate. Sein Rat: Mach Videos, aus denen Reihen werden können, nicht nur Einzelstücke.
Wiederholen oder aufhören?
MrBeast sieht das anders. Er betreibt den größten YouTube-Kanal der Welt. In einem internen Handbuch für sein Team beschreibt er ein frühes Format: Er spendete Streamern auf der Plattform Twitch 10.000 Dollar und filmte ihre Reaktion. Nach etwa zwölf solchen Videos hörte er auf, obwohl die Zuschauer um mehr bettelten.
Seine Begründung zitiert Steve Jobs: Die Leute wissen nicht, was sie wollen. Zuschauer glauben, sie wollen ein Format für immer. In Wahrheit wollen sie Neues. MrBeast schreibt: Jeder Kanal, der Formate jahrelang aufwärmt, stirbt irgendwann. Deshalb tauscht er Formate ständig aus. Und zwei Videos im selben Format sollen möglichst nicht direkt hintereinander erscheinen.
Wer hat recht? Belegt ist das nicht. Beide stützen sich nur auf ihren eigenen Kanal. Eine mögliche Erklärung: Yikes wiederholt Themen, die immer neue Varianten zulassen, etwa „mit KI täuschen“. MrBeast meint feste Abläufe, die sich abnutzen, etwa „Wer zuletzt geht, gewinnt“. Für dich heißt das: Wiederhol deine Treffer, aber mit neuem Dreh. Und beobachte, ob jede Wiederholung schwächer läuft als die vorige. Dann ist die Reihe ausgereizt. Wie viel Vertrautes und wie viel Neues ein Video braucht, zeigt Vertraut und neu.
Drei typische Fehler
1. Du wartest auf den großen Hit. Ein Video mit dem Fünffachen deines Schnitts ist ein Ausreißer, auch wenn es nur 5.000 Views hat.
2. Du wiederholst Wort für Wort. Galloway fragt nicht: Können wir das gleiche Video noch einmal machen? Er fragt nach einem neuen Dreh, einer Anpassung, einer Verbesserung.
3. Du hältst einen einzelnen Treffer für ein Muster. Ein Video kann aus Zufall gut laufen, etwa weil es zu einem aktuellen Anlass passte. Mach eine zweite Fassung und schau, ob sie wieder über dem Schnitt liegt. Erst dann baust du eine Reihe darauf.
Ein Hinweis zu den Quellen: Galloway verkauft Beratung und ein Trainingsprogramm. Yikes erzählt seine Geschichte im Podcast einer Firma, die Strategie-Betreuung verkauft. MrBeast beschreibt seinen eigenen Kanal. Alle Beispiele sind Erfolgsgeschichten. Wie oft das Wiederholen bei anderen nicht funktioniert hat, erzählt keiner von ihnen. Wie du so etwas prüfst, zeigt Untersuch auch die Flops.
Übung: deine drei besten Videos
- Öffne in YouTube Studio deine Videos und bestimm den normalen Wert deines Kanals, also den Median deiner letzten zehn langen Videos.
- Such deine drei Videos mit dem höchsten Faktor. Nicht die mit den meisten Views, sondern die, die am weitesten über deinem normalen Wert liegen.
- Lies die Kommentare darunter. Was haben die Zuschauer gelobt, was gefragt?
- Schreib zu jedem Video drei neue Fassungen auf: eine mit neuem Dreh, eine verbesserte, eine umgedrehte.
- Plan die beste davon als nächstes oder übernächstes Video. Nicht direkt nach dem Original.
| Video | Views | Faktor | Was lobten die Kommentare? | Neuer Dreh | Besser | Umgedreht |
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| (dein Video) | ||||||
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